
Heimische Aufstriche: 3 Regionale Klassiker neu entdeckt
Entdecken Sie die Vielfalt deutscher Aufstriche. Detaillierte Rezepte für einen pikanten Rote-Bete-Meerrettich-Aufstrich, einen herzhaften sächsischen Linsenaufstrich und einen klassischen hessischen Kräuterquark.
Heimische Aufstriche: 3 Regionale Klassiker neu entdeckt
Aufstriche sind das Herzstück einer jeden guten Brotzeit. Statt auf internationale Dips zu setzen, lohnt sich ein Blick in die deutsche Speisekammer. Hier finden sich bodenständige, ehrliche und unglaublich leckere Rezepte, die mit regionalen Zutaten überzeugen. Wir stellen drei Klassiker vor, die auf keinem Buffet fehlen sollten.
1. Pikant-erdiger Rote-Bete-Meerrettich-Aufstrich
Diese Kombination ist ein Klassiker, der die erdige Süße der Roten Bete mit der pikanten Schärfe von Meerrettich vereint. Die leuchtend pinke Farbe ist zudem ein echter Hingucker.
Zutaten
- 300 g gekochte Rote Bete (vakuumiert oder selbst gekocht)
- 150 g Doppelrahm-Frischkäse (für eine vegane Variante: veganer Frischkäse auf Mandel- oder Cashewbasis)
- 1 kleiner Apfel (z.B. Boskop), geschält und grob gerieben
- 2-3 EL frisch geriebener Meerrettich (oder aus dem Glas, nach Schärfewunsch)
- 1 EL Apfelessig
- Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- Optional: eine Handvoll Walnüsse, grob gehackt
Zubereitung
- Die gekochte Rote Bete in grobe Stücke schneiden.
- Rote Bete, Frischkäse, geriebenen Apfel, Meerrettich und Apfelessig in einen Mixer oder eine Küchenmaschine geben.
- Alles zu einer cremigen Masse pürieren. Wer es stückiger mag, kann die Zutaten auch mit einer Gabel fein zerdrücken und vermengen.
- Den Aufstrich kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Optional die gehackten Walnüsse unterheben. Vor dem Servieren mindestens 30 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen.
Passt perfekt zu: kräftigem Roggenbrot, Vollkornbrot oder Pumpernickel.
2. Herzhafter Sächsischer Linsenaufstrich ("Lehmer Gung")
Dieser deftige Aufstrich aus Sachsen ist ein traditionelles "Arme-Leute-Essen", das heute als vegane Delikatesse wiederentdeckt wird. Der Name "Lehmer Gung" bedeutet so viel wie "Lehmjunge" und spielt auf die Farbe und Konsistenz an.
Zutaten
- 200 g braune oder grüne Linsen
- 1 große Zwiebel, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 2 EL Rapsöl oder Sonnenblumenöl
- 1 Lorbeerblatt
- 500 ml kräftige Gemüsebrühe
- 2 EL Majoran, getrocknet
- 2 EL scharfer Senf
- 2-3 EL Apfelessig
- Salz, Pfeffer
- Optional für Raucharoma: 100 g geräucherter Tofu, fein gewürfelt und knusprig angebraten
Zubereitung
- Die Linsen unter kaltem Wasser abspülen.
- Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Knoblauch (und optional den Tofu) hinzufügen und kurz mitbraten.
- Die Linsen dazugeben, mit der Gemüsebrühe ablöschen und das Lorbeerblatt hinzufügen.
- Alles aufkochen lassen und dann bei niedriger Hitze ca. 30-40 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen sehr weich sind und die Flüssigkeit fast vollständig aufgesogen haben. Gelegentlich umrühren.
- Den Topf vom Herd nehmen und das Lorbeerblatt entfernen. Majoran, Senf und Essig unterrühren.
- Die Masse mit einem Kartoffelstampfer zu einem groben Brei zerstampfen. Für eine feinere Konsistenz kann ein Pürierstab verwendet werden.
- Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken und vollständig abkühlen lassen.
Passt perfekt zu: frischem Bauernbrot und Gewürzgurken.
3. Klassischer Hessischer Kräuterquark mit Pellkartoffeln
Mehr als nur ein Dip: In Hessen ist Kräuterquark mit Pellkartoffeln und Leinöl ein vollwertiges, gesundes Hauptgericht. Das Geheimnis sind die frischen Kräuter.
Zutaten
- 500 g Magerquark
- 150 g Schmand oder saure Sahne
- 1 kleine Zwiebel, sehr fein gewürfelt
- Ein Schuss Milch (zur Regulierung der Konsistenz)
- Ein großer Bund gemischte frische Kräuter (ca. 100g), z.B. Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Sauerampfer, Borretsch, Kresse
- Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker
- Zum Servieren: Pellkartoffeln und hochwertiges, kaltgepresstes Leinöl
Zubereitung
- Quark und Schmand in einer Schüssel glatt rühren. Falls der Quark zu fest ist, mit etwas Milch geschmeidiger machen.
- Die Kräuter waschen, trockenschütteln und sehr fein hacken.
- Die gehackten Kräuter und die feinen Zwiebelwürfel unter den Quark heben.
- Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.
- Den Kräuterquark mindestens eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten können.
- Klassisch mit warmen Pellkartoffeln servieren und vor dem Essen großzügig mit Leinöl beträufeln.
Passt perfekt zu: Pellkartoffeln, aber auch als Dip für Gemüsesticks oder auf Brot.
Profi-Tipps für Catering
- Haltbarkeit: Alle drei Aufstriche lassen sich hervorragend am Vortag zubereiten. Im Kühlschrank gelagert, intensiviert sich ihr Geschmack sogar.
- Präsentation: Richten Sie die Aufstriche in separaten Schalen (z.B. Weck-Gläsern) an und beschriften Sie diese. Garnieren Sie passend: den Rote-Bete-Aufstrich mit Walnüssen, den Linsenaufstrich mit einem Klecks Senf und der Kräuterquark mit frischem Schnittlauch.
- Buffet-Idee: Bieten Sie eine "Aufstrich-Bar" mit verschiedenen Brotsorten, Brezeln, Crackern und Gemüsesticks an, sodass die Gäste selbst kombinieren können.